delasierra

delasierra

delasierra

wer sind wir?

delasierra unterstützt die Wiederherstellung des (im)materiellen Kulturerbes der Nachfahren der Tayrona – Kággaba/Kogi, Arsario/Wiwa, Ika/Arhuaco und Antaque/Kankuamo – der Sierra Nevada de Santa Marta in Kolumbien.

Goldschmiedearbeit der Tayrona, welche die Sonnengottheit „Haté Sé“ darstellt, um 800 n. Chr., Quelle

Unsere Mission ist es, die Rück(ver)bindung der Nachfahren der Tayrona mit ihrem (im)materiellen Kulturerbe zu fördern. Dies umfasst: Die Bestandsaufnahme des Kulturerbes in Museen und Privatsammlungen weltweit, die Erforschung der Herkunft und Bedeutung sowie der Folgen und Formen der Translokation dieses Kulturerbes, die Unterstützung von Gesprächen über die Zukunft der Sammlungen sowie von Restitutionsprozessen, sowie die Koordination von kollaborativen Projekten mit Museen.

Auf diese Weise verfolgt delasierra das Ziel, den interkulturellen Dialog zu fördern und verschiedene Wissenssysteme sowie Praktiken im Zusammenhang mit dem (im)materiellen Kulturerbe zu verbinden. Daher engagiert sich delasierra für internationale, interkulturelle und transdisziplinäre Zusammenarbeit, um neue ethische Beziehungen zu etablieren. Durch die Anerkennung und Wertschätzung von indigenen Wissens- und Lebensformen möchte delasierra zur Wiederherstellung des ökologischen, kulturellen und sozialen Gleichgewichts beitragen.

delasierra’s Engagement für die Wiederherstellung des (im)materiellen Kulturerbes basiert auf der Zusammenarbeit mit der Organización Gonawindúa Tayrona (OGT) in Kolumbien.

vergangene ereignisse

Tayrona objects (VMZ Inv-No. 17892-17928) in the collection of the Ethnographic Museum of UZH, photo: Ethnographic Museum of UZH, archive signature VMZ-S-F-02-003, Malkin file 1980

Goldschmiedearbeiten der Tayrona (VMZ Inv.-Nr. 17892-17928) aus der Sammlung des Völkerkundemuseums der UZH, Foto: Völkerkundemuseum der UZH, Archivsignatur VMZ-S-F-02-003, Malkin-Akte 1980

kollaborative forschung

25. Januar bis 14. Februar 2025

rück(ver)bindung mit dem (im)materiellen kulturerbe in museen

Basierend auf unserer Forschung in Museen weltweit, besuchte eine Delegation des Kággaba, in Vertretung der Organización Gonawindúa Tayrona (OGT), museale Institutionen in der Schweiz und in Deutschland, um sich mit ihrem (im)materiellen Kulturerbe rück(zu)verbinden und sich über dessen Bedeutung, Relevanz und Zukunft auszutauschen. Es ist eine große Ehre, dass wir Mama José Shibulata Zarabata Sauna, eine der wichtigsten spirituellen Autoritäten der indigenen Gesellschaften der Sierra Nevada de Santa Marta und ein geschätzter Experte im Umgang mit heiligen Tayrona-Objekten, der tiefgreifendes Wissen über das Gesetz des Ursprungs sé und den Code von sé shisha besitzt, zusammen mit José Manuel Sauna Mamatacan, Koordinator der Kommunikation der Organización Gonawindúa Tayrona (OGT) und Experte für die Übersetzung und Weitergabe des anzestralen Wissens, auf dieser Reise begleiten durften. Wir sind dankbar für das Vertrauen, die gemeinsame Reise, die wertvollen Lehren und diese bedeutende Zusammenarbeit.

Wir besuchten das Völkerkundemuseum der Universität Zürich, das Museum der Kulturen Basel, das Museum Natur und Mensch in Freiburg, die Abteilung Weltkulturen der Reiss-Engelhorn-Museen in Mannheim, das MARKK Museum am Rothenbaum – Kulturen und Künste der Welt in Hamburg und das Ethnologische Museum in Berlin und möchten uns für den wertvollen Austausch und die großartige Unterstützung bedanken!

Das Projekt wurde ermöglicht durch die großzügige Unterstützung des DFG-Graduiertenkollegs „Kulturen der Kritik“ an der Leuphana Universität in Lüneburg, der Museen in der Schweiz und Deutschland, des LIAS Leuphana Institute of Advanced Studies in Culture and Society an der Leuphana Universität Lüneburg und nicht zuletzt durch die privaten Spender:innen – wir möchten hiermit unseren herzlichen Dank aussprechen! Tausend Dank auch an Nina Willimann für die Begleitung und die Dokumentation aller Museumsbesuche, sowie an Agnes Sabel, Diana Bärmann, Angela Lugo und Laura von Niederhäusern für Verpflegung und Transport, unsere Familien, Freund:innen und Kolleg:innen für ihre unglaubliche Unterstützung!

Anlässlich unseres Besuchs veröffentlichte das Museum der Kulturen Basel einen Blogbeitrag (Text von Andrea Mašek, Public Relations), und das Völkerkundemuseum der Universität Zürich teilte einen Beitrag auf seinem Instagram-Kanal. Basierend auf der Forschung von Laura Felicitas Sabel in der Sammlung des Ethnologischen Museums in Berlin und einem Treffen mit den Mamos in Tungueka in der Sierra Nevada de Santa Marta Anfang 2024 konnten wir zur Identifikation und Rückgabe von drei weiteren kulturell bedeutsamen Objekten beitragen – einem Zeremonialstab, einem Kopfteil und einem kleinen Korb. Diese wurden während der COP16 als Leihgabe an Kolumbien und später an die Gesellschaft der Kággaba, vertreten durch die Organización Gonawindúa Tayrona (OGT), übergeben. Die offizielle Übergabe fand während unseres Besuchs im Ethnologischen Museum in Berlin statt und wurde in einer Pressemitteilung bekannt gegeben.

mehr
Drawing by Arregocés Coronado Zarabata at an event at the Ethnographic Museum of UZH, 2022

Zeichnung von Arregocés Coronado Zarabata bei einer Veranstaltung im Ethnografischen Museum der UZH, 2022

workshop

7. Februar 2025

beyond restitution: indigenous practices, museums, and heritage

Mama José Shibulata Zarabata Sauna und José Manuel Sauna Mamatacan, zusammen mit Vertreter:innen anderer indigener Gemeinschaften aus Lateinamerika, wie Glicéria Tupinambá (Serra do Padeiro, Bahia, Brasilien), Francy Baniwa (Içana-Fluss, Amazonas, Brasilien) und Francisco Huichaqueo, begleitet von Mitgliedern der Mapuche-Gemeinschaft von Bollilco (Wallmapu, Chile), sowie Vertreter:innen von Museen aus Europa, nahmen an einem Workshop teil, um über die gewaltsame Trennung zwischen den sogenannten Objekten und den indigenen Völkern mit deren Praktiken zu diskutieren.

In diesem Kontext teilten Mama José Shibulata Zarabata Sauna und José Manuel Sauna Mamatacan, in Vertretung der Organización Gonawindúa Tayrona (OGT), ihre Perspektive über die Bedeutung und Relevanz des (im)materiellen Kulturerbes der Tayrona und reflektierten über die Konsequenzen seiner Verlagerung und Abwesenheit aus dem anzestralen Territorium – der Sierra Nevada de Santa Marta – da dieses Erbe heutzutage weitestgehend in musealen und privaten Sammlungen weltweit zu finden ist. Die Delegation betonte die zentrale Rolle des Kulturerbes in vergangenen und gegenwärtigen Praktiken der Kággaba sowie damit seine Bedeutung für das ökologische, kulturelle und soziale Gleichgewicht innerhalb der vier indigenen Völker der Sierra Nevada de Santa Marta und auf globaler Ebene, weshalb sie auch die dringende Notwendigkeit der Rückgabe ihres Kulturerbes erwähnten. Die Präsentation wurde mit Bildern von heiligen Orten in der Sierra Nevada de Santa Marta sowie von unseren Besuchen im Völkerkundemuseum der Universität Zürich, dem Museum der Kulturen Basel, der Abteilung Weltkulturen der Reiss-Engelhorn-Museen und dem MARKK Museum am Rothenbaum illustriert.

Die Teilnahme der Delegation wurde dank der großzügigen Unterstützung des DFG-Graduiertenkollegs „Kulturen der Kritik“ sowie des LIAS Leuphana Institute of Advanced Studies in Culture and Society an der Leuphana Universität Lüneburg möglich gemacht. Ihr Beitrag (auf Englisch) ist auf dem LIAS YouTube-Kanal zu finden. Wir freuen uns auf den FAZ-Artikel „Das Museum als Seelenkerker“ von Wolfgang Krischke hinzuweisen, der über unseren Workshop berichtet.

Der Workshop wurde in Kollaboration von Dr. Fernanda Pitta (Professorin der Forschungseinheit für Kunst, Theorie und Kritik des Museums für Zeitgenössische Kunst der Universität São Paulo und Principal Investigator im Forschungsprojekt „Decay Without Mourning: Future Thinking Heritage Practices“) und Dr. Bruno Moreschi (LIAS Fellow und Wissenschaftlicher Mitarbeiter im Forschungsprojekt „Decay Without Mourning: Future Thinking Heritage Practices“), Dr. Lynn Rother (Professorin für Provenienzforschung, Leuphana Universität Lüneburg), Sebastián Eduardo Dávila (Wissenschaftlicher Mitarbeiter, Professur für zeitgenössische Kunst, Leuphana Universität Lüneburg), Laura Felicitas Sabel (Wissenschaftliche Mitarbeiterin, DFG-Graduiertenkolleg „Kulturen der Kritik“, Leuphana Universität Lüneburg) und Susanne Leeb (Professorin für zeitgenössische Kunst an der Leuphana Universität Lüneburg und Co-Direktorin des LIAS) organisiert.

mehr

kontaktieren sie uns!

vorname
nachname
e-mail-adresse
telefon
nachricht